Meine Kamera – Canon EOS 80D

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Eine neue Kamera sollte her. Nach einigen Überlegungen ist es eine Canon EOS 80D geworden. Nachdem ich sie jetzt etwa ein Jahr in Gebrauch habe, möchte ich den Kauf der Kamera hier mal nutzen, um bei dem ganzen Hype um Sony, Fuji und DSLM im Allgemeinen auch mal eine Lanze für das APS-C Format und Spiegelreflexkameras zu brechen.

Meine EOS 60D

Angefangen habe ich mit DSLR in 2008. Damals war ich noch Olympus Nutzer, aber damit kam ich nicht wirklich klar. Schon kurze Zeit später wechselte ich ins Canon Lager und leistete mir die EOS 60D. Das hatte eigentlich ganz praktische Gründe: Zwei Kumpels besaßen eine 600D und ich kam mit der Bedienung und dem Menü wunderbar zurecht. Außerdem ist nach einem Systemwechsel das Geld ja erst mal knapp und so konnte man sich auch schon mal mit Objektiven aushelfen 😉

Vollformat oder APS-C?

Nachdem ich also nun einige Jahre mit der 60D fotografiert hatte, wollte ich langsam mal was Neues ausprobieren. Ich hab lange überlegt, auf Vollformat zu wechseln. Nach längerem Hin und Her habe ich mich doch dagegen entschieden. Der Hauptgrund dafür dürfte sein, dass ich in Zukunft auch etwas stärker in die Wildlife- und Tierfotografie einsteigen möchte und da profitiert man schon mal deutlich von dem Crop Faktor einer APS-C Cam.

Feldhase fotografiert mit der EOS 80D bei ISO 5000

Zumal die 80D mit ihren 24 Megapixeln auch noch genug Spielraum lässt, um nachträglich noch etwas zu croppen, was ja in der Wildlife-Fotografie keine Seltenheit ist. Wenn ich die gleiche Auflösung an einer Vollformat-Cam haben wollen würde, bräuchte ich immerhin einen Body mit 38 Megapixeln.

Zum Thema Rauschen: Das Rauschverhalten der 80D ist nicht viel besser, als das der 60D. Allerdings ist es durch die höhere Auflösung deutlich feiner und lässt sich viel besser herausrechnen.

Konzertfotografie mit der EOS 80D und ISO 6400

OK, die ISO-Performance von größeren Sensoren spricht für sich, da kann man sich auch nichts schön reden. Aber dennoch halte ich Vollformat einfach für überbewertet. Selbstverständlich spielen große Sensoren gerade im Low Light Bereich ihre Stärken aus. Aber selbst die Konzertfotos von Upgefuckelt oder AirStrike habe ich mit meiner APS-C Cam gemacht. Und wenn ich unterwegs auf einer Lost Place Tour bin, befindet sich die Kamera sowieso auf dem Stativ, sodass ich hier mit den ISO-Werten auch immer sehr niedrig bleiben kann.

Wenn ich schwerpunktmäßig Milchstraßenfotos machen würde, sähe die Lage wahrscheinlich anders aus und ich würde vielleicht noch etwas stärker in die Kleinbild-Ecke schielen. Aber auch etwas Astro-Fotografie werde ich noch mit meiner 80D versuchen, wenn ich mal die Zeit dazu finde.

Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass es die eierlegende Wollmilchsau nicht gibt. Fast jede Kamera und nahezu jedes Sensorformat hat seine Daseinsberechtigung und für mein Vorhaben sehe ich keine Vorteile, die den Kauf einer Vollformat-Kamera rechtfertigen würden. Ich kenne sogar einige Fotografen, die von Vollformat wieder auf APS-C gewechselt sind.

Letzten Endes denke ich, dass es doch auf das Bild ankommt, völlig egal mit welcher Kamera es gemacht wurde. Wenn es ein gutes Foto ist, ist mir doch egal, mit was für einer Kamera das Bild gemacht wurde.

DSLR oder DSLM?

Als Nächstes überlegte ich, ob ich es mal mit einer Systemkamera versuchen sollte. Die spiegellosen Kameras boomen ja geradezu und ich habe ich auch mal einen Blick ins Sony- und Fuji-Lager geworfen.

Nun ist es so, dass das, was viele DSLM-Fotografen als großen Vorteil sehen, für mich eher ein Nachteil ist: Die Größe der Kamera-Bodies. Ich habe schon ziemlich große Pranken und eine Sony A7 ist mir schon ein bisschen klein.  Ich habe beim Fotografieren einfach gern was in der Hand. Ich weiß, dass das Gewöhnungssache ist und ich bin ja auch neugierig. Aber mit diesen Bodies bin ich bis jetzt noch nicht warm geworden.

Eins muss ich noch loswerden:

Die EOS 80D mit dem Pancake 24mm f/2.8

Immer wieder höre ich von Fotografen, die sich eine kleine Systemkamera gekauft haben die Äußerung, die Cam sei „so schön leicht“. Dieses Argument lasse ich nicht gelten. Häufig werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Sind wir doch mal ehrlich: Das meiste Gewicht an einer Kamera macht doch das Glas aus. Zumindest, wenn lichtstarke Optiken zum Einsatz kommen. Mein 70-200 f/2.8 wiegt etwa 1,5 kg. Da ist es doch egal, an was für einen Body ich es schraube. Machen sich die rund 150g Gewichtsersparnis einer DSLM dann wirklich bemerkbar? Ich glaube nicht. Und wenn dann noch einen Batteriegriff unter den Body geschraubt wird, um dem Stromverbrauch Herr zu werden, ist der Gewichtsvorteil mehr als dahin 😉

Also bitte, liebe Systemkamera-Fotografen: Eure Cams haben so viele WIRKLICHE Vorteile wie z.B. die Geschwindigkeit oder die Konfigurationsmöglichkeiten eines elektronischen Suchers. Auch die Neuerungen durch Software-Updates wie Fuji das beispielhaft löst, sind mehr als nett. Die Größe der Bodies lasse ich meinetwegen auch noch als Argument durchgehen. Aber das Gewicht? Meine Spiegelreflexkamera kann ich auch klein und leicht halten.
Wenn ich an meine 80D das 24mm Pancake Objektiv schraube, wiegt die Cam auch nur noch 860g. Das ist vertretbar, denke ich.

Warum nun die EOS 80D?

Warum habe ich mir nun überhaupt eine neue Kamera gegönnt? Eigentlich war ich mit meiner 60D ganz zufrieden. Ich glaube, der Hauptgrund war der überarbeitete Dynamikumfang. Wenn ich mit der 60D Städtetouren oder Ähnliches gemacht habe, habe ich häufig Belichtungsreihen mit einer Blende Unterschied aufgenommen. Falls die Belichtungsmessung der Kamera mal etwas daneben lag, hatte ich immer noch etwas Spielraum durch die anderen Aufnahmen. Das war zwar praktisch, aber auch ein unglaublich hoher Arbeitsaufwand beim späteren Sortieren.

Mit der EOS 80D gehört das der Vergangenheit an. Der Unterschied zur 60D ist enorm. Drei Blenden kann ich ohne Probleme aufhellen, das wäre mit meiner alten Cam praktisch nicht möglich gewesen. Natürlich spielt die Kamera nicht in einer Liga mit Sony oder Nikon, aber für einen Canon-Sensor liefert der Body schon ganz ordentliche Ergebnisse.

Dazu kamen diverse weitere Vorteile der Kamera, wie etwa ein größerer Sucher, der jetzt wirklich 100% abdeckt und natürlich der Fokus! 45 Fokuspunkte gegenüber den 9 der 60D. Zudem allesamt Kreuzsensoren. Das Ganze in Verbindung mit der Serienbildgeschwindigkeit von 7 Bildern/Sekunde hat mich schon oft bei Konzert- oder Naturfotos schmunzeln lassen.
Auch wLan und den Touchscreen möchte ich nicht mehr missen. Das waren zwar keine Kaufkriterien, aber nice to have. Und man gewöhnt sich schneller daran, als man denkt.

Nach dem Kauf hatte ich kurz Bedenken, denn ich hatte vorher nicht gecheckt, ob Magic Lantern für die 80D verfügbar ist. Das ist noch nicht so, allerdings haben einige Features, die ich an meiner 60D über dieses Tool nutzte, (Intervall-Timer, Bulb-Timer, Einstellugen für Belichtungsreihen) jetzt auch den Weg ins hauseigene Menü gefunden, sodass ich es verschmerzen kann, dass Magic Lantern wohl doch noch etwas auf sich warten lässt.

 

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