Meine Objektive

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Objektive

Wenn die Entscheidung für die passende Kamera gefallen ist und es sich um ein System mit Wechselobjektiven handelt, kommt man nicht drum herum, sich früher oder später um passendes Glas zu kümmern.

Wie viele andere habe auch ich mit dem Canon Kit-Objektiv EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 angefangen. Für den Anfang mag das ja ganz in Ordnung sein, aber man kommt damit recht schnell an seine Grenzen. Ich hatte damals sogar die Version ohne Bildstabilisator, allerdings habe ich den auch nicht vermisst. Recht schnell sah ich mich nach Alternativen um, denn in diesem Brennweitenbereich keine durchgehende Blende zu haben war ein No Go.

Aufgrund des günstigen Preises bin ich dann bei Sigma gelandet. Ich kaufte ein gebrauchtes 17-50mm f/2.8 in der Version ohne Stabi. Es war etwas schärfer, als das Canon und ich hatte erstmals ein Objektiv mit einer durchgehenden Blende von f/2.8! Allerdings hatte es – wie so viele alte Sigma-Modelle – ein Fokus-Problem. Da ich überwiegend manuell scharf stellte, konnte ich damit leben, aber eine Dauerlösung war es gewiss nicht.

Tokina 11-16mm f2.8

Tokina 11-16mm f/2.8

Austauschen konnte ich es zu dem Zeitpunkt auch noch nicht, denn das Geld investierte ich in ein Ultraweitwinkelobjektiv und kaufte das Tokina 11-16mm f/2.8. Ich hatte es mir zunächst hier geliehen und habe es direkt bei einer Wanderung testen können. Ich war sofort begeistert! Die Verzeichnung hält sich für die Brennweite sehr in Grenzen und den Rest bekommt man mit Lightroom locker rausgerechnet.
Allerdings reagiert es ziemlich empfindlich auf Gegenlicht. Chromatische Aberrationen sind an der Tagesordnung, aber auch die bekommt man in Lightroom mit zwei Klicks in den Griff. Es ist wirklich knackscharf und die Blende von f/2.8 war mir gerade für Low Light Situationen sehr wichtig und ich möchte die Lichtstärke nicht mehr missen.
Alles in Allem ist es wirklich super Objektiv, mit herausragender Bildqualität.

Zeit für Festbrennweiten

Und gerade aufgrund dieser Bildqualität nutzte ich das Sigma immer weniger, bis ich schließlich den Entschluss fasste, den gesamten unteren Brennweitenbereich durch Festbrennweiten zu ersetzen. Natürlich geht nicht alles auf einmal, das ist ja auch eine Frage des Geldes. Erstmal musste ein Allrounder her.
Aber was ist denn eine Allround-Festbrennweite? Viele schwören auf 50mm. Ich konnte bei Freunden solche Linsen mal testen und ich muss ehrlich sagen, dass ich bin mit der Brennweite nie so wirklich warm geworden bin. Da ich viel Indoor fotografiere, sind mir 50mm an einer APSC-Kamera zu lang. An Vollformat sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Ich suchte ein Objektiv, welches an meiner Kamera äquivalent zu 50mm auf Kleinbild gerechnet war.

Die APSC-Sensoren von Canon haben einen Crop-Faktor von 1.6. Also sollte meine erste Festbrennweite zwischen 30 und 35mm liegen. Ich hatte schon viel Gutes über die ART-Serie von Sigma

Sigma 30mm f1.4 ART

Sigma 30mm f/1.4 ART

gehört und so schaute ich mich mal dort um. Ich muss ehrlich zugeben, ich war zunächst skeptisch, da ich ja nun nicht die besten Erfahrungen mit Sigma gemacht hatte. Aber gerade die Fokusprobleme sollten jetzt der Vergangenheit angehören, da man jedes der neuen Sigma-Objektive mit einem USB-Dock an die Kamera anpassen kann. Nachdem ich lange überlegt hatte, stand die Entscheidung fest. Es wurde ein Sigma 30mm f/1.4 ART.

Und was soll ich sagen? Das Objektiv ist ein Traum! Selbst bei Offenblende sind die Fotos überragend, auch wenn dann der Ausschuss etwas höher ist. Aber abgeblendet auf f/2.0 nahezu fehlerfrei. Und offenbar habe ich eins der wenigen Gläser erwischt, die man nicht nachjustieren brauch. Ich habe trotzdem mal den Dock angeschlossen, um die Firmware zu aktualisieren, aber Fokusprobleme hatte ich keine.

Als noch etwas Geld übrig war, kaufte ich noch ein Canon EF-S 24mm f/2.8. Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht so genau, wofür ich dieses Glas haben wollte, aber wie schon erwähnt, hatte ich vor, möglichst viele Festbrennweiten einzusetzen und ich brauchte noch etwas zwischen 16 und 30mm. Jetzt kostet das Objektiv auch nicht die Welt und ich wollte es einfach mal testen.

Canon EF-S 24mm f2.8

Canon EF-S 24mm f/2.8

Auch, wenn es einige Zeit gedauert hat, bis wir Freunde wurden, nutze ich es mittlerweile ziemlich häufig. Durch seine Pancake-Bauform ist es sehr kompakt und leicht (ca. 125g) und wegen der geringen Verzeichnung ist es meine Standard-Videolinse geworden. Allerdings sollte man beim Filmen mit einem externen Mikrofon den Ton aufzeichnen, und zwar nicht unbedingt auf dem Blitzschuh, da der Fokusmotor schon sehr laut ist und somit die Geräusche auf der Aufnahme wären.

Die Bildqualität ist super, auch wenn es nicht so knackig abbildet, wie das Sigma. Aber das Preis – Leistungs-Verhältnis ist Top!

Nun hatte ich immer noch kein 50mm Objektiv in der Tasche. Aber ich hatte einfach keine Lust auf das berühmte 50mm f/1.8 mkII. Nicht zuletzt wegen der Haptik. Ich habe einfach was gegen Kunststoffbajonetts. Deswegen hatte ich lang die erste Version des Objektivs auf dem Wunschzettel, mit Metallbajonett und Entfernungsskala. Ich hatte auch mal gelesen, dass die Bildqualität sichtbar besser als die der zweiten Version sein sollte.

Canon EF 50mnm f1.8 STM

Canon EF 50mnm f/1.8 STM

Ich hätte fast ein gebrauchtes Exemplar erstanden, da brachte Canon den Nachfolger des mkII: Das 50mm f/1.8 STM.
Ich war schon von Anfang an interessiert, obwohl es ein wenig teurer war. Eigentlich hatte ich mir für ein 50mm Objektiv eine Obergrenze von 100 Euro gelegt, aber selbst ein gebrauchtes mkI hätte den Rahmen schon gesprengt. Letzten Endes war ausschlaggebend für den Kauf das Metallbajonett und die Tatsache, dass die neue Version über sieben, statt wie die Vorgänger nur fünf Blendenlamellen verfügt. Das Bokeh ist jetzt angenehm rund und gefällt richtig gut!

Ein bisschen Spaß muss sein

Um etwas experimentieren zu können, wollte ich noch ein Fisheye mein Eigen nennen können. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nicht bereit war, 500 € und mehr für eine Spaßlise auszugeben. Denn nichts anderes ist ein Fisheye in meinen Augen. Wenn man sich in dem unteren Preissegment umschaut, bleibt eigentlich nur noch eins der voll manuellen Objektive von Walimex, Dörr, Samyang oder Vivitar.

Samyang Fisheye 8mm f3.5

Samyang Fisheye 8mm f/3.5

Die 8mm Gläser sind alle mehr oder weniger baugleich und haben eine Blende von f/3.5. Ich konnte auf dem Gebrauchtmarkt eins der Samyang-Gläser zu einem fairen Preis von knapp 180 Euro ergattern. Da ich sehr häufig manuell fokussiere, fiel mir der Umstieg auf ein manuelles Objektiv nicht wirklich schwer. Obwohl das fokussieren bei 8mm Brennweite eh nicht so wild ist. 9o% der Zeit nutze ich sowieso die Unendlich-Einstellung. 😉 Das Einzige, was gewöhnungsbedürftig ist, ist dass die Blende nicht im Sucher angezeigt wird, aber auch darauf kann man sich schnell einstellen.

Noch ein Tipp für alle, die auch ein solches manuelles Objektiv an einer Canon Kamera benutzen und sich wundern, dass die Bilder im Liveview normal aussehen und das fertige Foto hoffnungslos überbelichtet ist: Im Menu der Kamera die Belichtungssimulation ausschalten. Es hat ewig gedauert, bis ich das rausgefunden hab 🙂

 

Tamron 70-300mm f4-5.6 VC

Tamron 70-300mm f/4-5.6 VC

Jetzt brauchte ich noch was für den oberen Brennweitenbereich. Hier fiel mein Augenmerk nach einiger Recherche im Netz auf das Tamron SP 70-300mm f4-5.6 VC. Und ganz ehrlich: Ich war überrascht, wie gut die Abbildungsleitung ist. Der Fokus sitzt (auch wenn er öfter mal pumpt) und es ist wirklich schnell. Natürlich wird es nicht mit einem 70-200L mithalten können, aber ich möchte ja hier auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Auch, wenn der Bildstabilisator etwas lärmt, will ich es doch nicht in meiner Fototasche missen. Hier stimmen Preis und Leistung auffällig! Über kurz oder lang werde ich es wohl durch ein lichtstärkeres Glas austauschen, aber für den Anfang ist dieses Objektiv mehr als empfehlenswert!

Update: Mittlerweile habe ich es durch ein Tamron 70-200mm f/2.8 ausgetauscht.

Den Brennweitenbereich bis 300mm habe ich sehr selten gebraucht, aber ich wollte eine konstante Offenblende von f/2.8 haben. Gerade im Telebereich kann man damit sehr schön freistellen und Bildqualität überzeugt auch.

Da ich es überwiegend für Tieraufnahmen gekauft habe und somit auch relativ kurze Verschlusszeiten haben will, brauche ich auch keinen Stabi. Also habe ich mich für die günstige Version entschieden, die Version mit VC ist natürlich deutlich teurer. Einziger Wermutstropfen: Der Fokus ist ziemlich langsam, damit kann ich aber (noch) leben. Früher oder später wird aber auch diese Linse in meinem Objektivpark getauscht werden. Es ist halt eine Never Ending Story 😉

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