Meine Kameras – Eine Entwicklungsgeschichte

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Eos 60D

Wie fing denn eigentlich alles an?

Wenn ich mal genauer darüber nachdenke, habe ich schon immer gern fotografiert. Als kleiner Knirps habe ich meine Eltern wahnsinnig gemacht, weil ich ständig die teuren Polaroid-Filme verknipst habe. Natürlich stand da zunächst die technische Faszination im Vordergrund. Ich habe Fotos gemacht, einfach weil es möglich war. Irgendwann muss es meinen Eltern gereicht haben.
Es wurde ein Foto-Verbot für mich verhängt – zumindest, was die Polaroid Kamera betraf und ich bekam meine erste  eigene Kamera: Eine Kodak Instamatic 255.

Foto meines ersten Mischpults – aufgenommen mit der Kodak Instamatic Kamera

Ich glaube, meine Oma hat sie mir damals geschenkt, wahrscheinlich aus erzieherischen Gründen, denn von nun an musste ich meine Filme selbst kaufen. Und die waren verdammt teuer! Das System dürfte damals schon überholt gewesen sein, zumal die Kamera zu dem Zeitpunkt schon älter war als ich. Aber die Filme waren völlig unkompliziert einzulegen, das dürfte auch ein Aspekt gewesen sein zu denken, die Kamera sei das Richtige für mich. Nach einigem Urlaubsgeknipse stellte ich aber schnell fest, dass das wohl nicht das Richtige war. Nicht zuletzt, weil mir auch niemand erklären konnte, wofür die lustigen Symbole auf dem Fixfokus-Objektiv standen. Dann passierte erst mal viele Jahre nichts.

In meiner Inline Skate Jugend benutzte ich dann öfter die Kompaktkamera meiner Eltern. Die Filmkosten hielten sich im Rahmen und offenbar hatte ich nun auch genug Verstand, keine 20 Bilder mehr vom Kachelofen zu machen.

Die Welt wird digital

„Nächtlicher Schabernak“ aufgenommen mit der Yakumo Mega Image IV

Kurz nach der Jahrtausendwende war es dann so weit: Ich kaufte meine erste Digitalkamera. Eine Yakumo Mega Image IV. Effektive zwei Megapixel (es wurde auf vier Megapixel interpoliert), eine feste Brennweite – irgendwas um die 30mm – und so gut wie keine Einstellmöglichkeiten. Ich glaube, den Weißabgleich konnte man einstellen, aber das war´s dann auch schon. Es war halt das digitale Pendant zu den klassischen Kompaktkameras mit Film. Es wurden wieder mehr Bilder geknipst. Man brauchte ja schließlich keine Filme mehr. So wurde sie zum ständigen Begleiter bei Skate-Sessions und nächtlichem Schabernaktreiben.

Wie man sieht, hatten die Fotos eher dokumentarischen Wert. Die Qualität war grauenvoll und ich merkte schnell, dass das Geld, was ich investiert hatte, in der „Abteilung Lehrgeld“ verbucht werden sollte. Es war an der Zeit, eine „richtige Kamera“ zu kaufen.
Ich nahm etwas mehr Geld in die Hand und kaufte – diesmal eine gebrauchte -Bridgekamera. Eine Konica Minolta Dimage Z2.

 

Taube auf dem Balkon aufgenommen mit der Konica Minolta Dimage Z2

Diese Kamera hatte  jetzt wirklich vier Megapixel und die Bildqualität steigerte sich gefühlt um 300%. Außerdem war sie um einiges haptischer als diese Kompaktknipsen. Und die Kameras dieser Serie waren technisch einzigartig in ihrer Bauart. Sie hatten nur einen elektronischen Sucher, aber auch eine Augenmuschel. Man konnte intern einen Spiegel über das Display klappen, der das Sucherbild in die Augenmuschel warf. – Also auch eine Art Spiegelreflex-System. 😉 Dazu kamen nette Features wie ein unglaublicher 10fach Zoom und eine Serienbildfunktion. So konnte ich unter anderem meine ersten Tierfotos machen. Natürlich war das alles mehr oder weniger Spielerei aber technisch kamen faszinierende Ergebnisse raus. So half mir die Kamera, die Technik mehr und mehr zu verstehen.

Nächster Schritt: DSLR

Nach und nach kamen immer mehr Spiegelreflexkameras auf den Markt und wurden auch immer erschwinglicher. 2008 sollte es dann soweit sein: Ich kaufte ich meine erste DSLR. Eine Olympus E-510. Das war der Zeitpunkt, ab dem ich mich intensiver mit der ganzen Materie beschäftigte.

Unterwegs in den Straßen von Amsterdam mit der Olympus E-510

Zunächst kaufte ich Objektive. Ich hatte das Kit-Objektiv mit 14-42mm Brennweite, dazu kaufte ich einen Makro- und Weitwinkelvorsatz zum Aufschrauben auf das Objektiv und meine ersten analogen Objektive für den Telebereich. Ich bin mir nicht sicher, was es für Objektive waren, aber es waren Zooms, damit ich möglichst den gesamten Brenweitenbereich bis 300mm abdecken konnte. Sie waren auch nicht wirklich lichtstark, aber das war ja auch egal. Hauptsache war, für alle Situationen brennweitentechnisch gerüstet zu sein. Aus heutiger Sicht natürlich vollkommener Quark, aber so fand ich heraus, welche Brennweite sich für was eignet und wo meine Vorlieben liegen.

Tierfoto mit dem Weitwinkelvorsatz auf dem Kitobjektiv der Olympus E-510

Es stellte sich schnell raus, dass ich eher in den unteren Brennweitenbereichen unterwegs war und dieser Weitwinkelvorsatz sich eigentlich permanent auf meinem Kitobjektiv befand. Das war aber eher eine Spaßlinse mit Fisheye-Effekt und der wurde natürlich auch schnell langweilig. Außerdem machte sich das zusätzliche Glas auf der Linse nicht gerade positiv bemerkbar was die Bildqualität anging. Ich brauchte also ein vernünftiges Weitwinkelobjektiv und ich fing an, zu recherchieren. Dummerweise war der Markt zu dem Zeitpunkt nicht gerade gesättigt mit Objektiven für das Olympus-System.

Zu der Zeit fing ich auch langsam an, das ein oder andere Fachbuch zu dem Thema zu lesen, sowie mir massenweise Fotografie-Tutorials auf YouTube anzuschauen. Bis dahin hatte ich mir mehr oder weniger alles durch ausprobieren beigebracht. Ich entdeckte den manuellen Modus für mich und verstand meine Kamera immer besser und besser. Allerdings kam ich sehr schnell an die Grenzen und so dachte über einen Systemwechsel nach.

Noch hatte ich nicht sonderlich viel Geld in Glas investiert, das wäre jetzt der nächste Schritt gewesen, doch wie schon erwähnt, war das Angebot an Linsen für das Olympus-System eher mau. Je mehr ich recherchierte, desto klarer wurde mir, dass es Canon oder Nikon werden sollte. Letzten Endes war es eine praktische Entscheidung, dass ich ins Canon-Lager wechselte, zumal zwei gute Freunde auch schon Canon-Kameras besaßen, ich mit der Bedienung sehr gut klar kam und man sich so auch mal mit Objektiven aushelfen konnte.

So kaufte ich also meine bis heute noch im Dienst befindliche EOS 60D. Über die Jahre ist mein Equipment natürlich gewachsen, als erstes kaufte ich mir mein Weitwinkel-Objektiv: Mein bis heute heiß geliebtes Tokina 11-16mm f/2.8.

Mein Lieblingsbaum – aufgenommen mit der Canon EOS 60D und dem Tokina 11-16mm f/2.8

Dann habe ich eine Zeit lang überlegt, auf Vollformat umzusteigen. Ich habe mich nach langem Hin und Her dagegen entschieden und kaufte im August 2017 eine EOS 80D.

Zunächst des Geldes wegen. Vollformat hieße für mich ja nicht nur neuer Body, sondern auch eine Menge neues Glas. Außerdem profitiere ich häufig vom Crop-Faktor des APS-C Sensors. Wenn überhaupt, wäre es die 6D mkI geworden. Und im Vergleich der beiden Kameras liegt die 80D weit vorn.

Ausschlaggebend für den Kauf der 80D waren die höhere Auflösung, das Klappdisplay, die Serienbildgeschwindigkeit und natürlich der supergeile und schnelle Autofokus mit 45 Kreuzsensoren!

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